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Antike Schokolade und Rezepte
1500 vor Christus - Die Olmeken
Die Olmeken beginnen in Mittelamerika mit dem Anbau von Kakao:
Schokolade bei den Olmeken in der vorklassischen Periode.
Während der vorklassischen Periode entwickelte sich die Kultur der Olmeken, die als erste Schokolade genossen. Die Olmeken siedelten im fruchtbaren Tiefland am Golf von Mexiko. Das Klima ist für die Überlieferung von Überbleibseln der Olmeken denkbar ungünstig und so werden sich die meisten Fragen zur Schokolade bei den Olmeken nicht mehr beantworten lassen.
Woher wissen wir, dass die Olmeken Schokolade kannten?
Einige Wörter der Mixe-Zoque-Sprache wurden von anderen Völkern übernommen und finden sich in vielen mittelamerikanischen Sprachen wieder. Auch das Wort „cacao“, ursprünglich „kakawa“ ausgesprochen, stammt aus dieser Sprache. Es gehörte bereits um 1000 v. Chr. zum Wortschatz der Olmeken. Wo war Schokolade bekannt?
Das Siedlungsgebiet der Olmeken lag im feuchten Tiefland der mexikanischen Golfküste, in Tabasco und im südlichen Teil von Veracruz. Da die Olmeken auch starken Einfluss auf umliegende Kulturen genommen haben und mit diesen Handel trieben, dürfte auch den Nachbarvölkern der Olmeken die Schokolade bekannt gewesen sein. So werden auch die Maya das Wissen über den cacao von den Olmeken übernommen haben.
Erste Spuren um 1150 vor Christus in Honduras.
Der bislang älteste Nachweis von Kakao wurde auf Tongefäßen aus Honduras gefunden. Auf den Scherben von Gefäßen aus der Zeit um 1150 vor Christus konnte Theobromin nachgewiesen werden, ein Stoff der in Mittelamerika nur in Kakao vorkommt.
300 nach Christus - Die Maya
Die Hochkultur der Maya entsteht und beherrscht weite Teile Mittelamerikas. Kakaobohnen sind nicht nur wichtiges Handelsgut sondern werden zum Kultsymbol und Zahlungsmittel.
Schokolade bei den Maya
Schaumerzeugung
Geldsymbol
Von den Maya existieren neben Wandzeichnungen, erhaltenen Schriften auch noch Gefäße, die zur Einnahme von Kakao benutzt wurden. Oft wurden solche Gefäße den Verstorbenen als Grabbeilage mitgegeben. Die von den Maya konsumierte Schokolade unterscheidet sich sehr von der heute üblichen Form. Schokolade wurde getrunken und nicht in fester Form konsumiert. Schokolade bzw. Kakao wurde auch als Gewürz bei der Zubereitung von festen Speisen verwendet. Des weiteren gab es sehr unterschiedliche Formen der Zubereitung mit den - aus unserer Sicht - eigenartigsten Gewürzmischungen (z.B. mit Chilipfeffer). Es bleibt darauf hinzuweisen, dass Kakao in der Regel nicht gesüßt wurde wie heute meist üblich und so einen eher bitteren herben Geschmack hatte. Vermutlich betrachteten die Maya, wie auch die späteren Azteken, den Schaum auf der Schokolade als besonders köstlich. Zumindest bei den späten Maya wird dies so gewesen sein. Darauf deuten einige Ausdrücke aus Wörterbüchern der frühen Kolonialzeit hin. So z.B. „t'oh haa, haa eine Wendung, die sich sowohl auf Schokolade als auch auf Wasser bezieht, wobei t'oh bedeutet, etwas aus einiger Höhe von einem Gefäß in ein anderes zu gießen ...“. Damit wird die Methode der Maya beschrieben, auf der Schokolade Schaum zu erzeugen, indem man, die Schokolade von einem Gefäß in ein anderes gießt.
Kakao war bei den Maya wie generell in seiner langen Geschichte kein Massenprodukt, sondern ein Getränk, das dem Adel vorbehalten war. Um die große Bedeutung des Kakao und seine hohe Stellung deutlich zu machen, muss man sich nur vor Augen halten, das Kakaobohnen bei den Maya und auch bei den Azteken als Zahlungsmittel verwendet wurden.
Einige Maya Stämme betrieben zudem regen Handel mit Kakaobohnen, nicht nur untereinander, sondern auch mit Nachbarreichen, wie dem Stadtstaat Teotihuacán, der bis etwa 600 n. Chr. das Tal von Mexiko und weitere Gebiete Mittelamerikas beherrschte. Besonders die Chontal-Maya (auch Putún genannt) waren dank ihrer ergiebigen Anbaugebiete im Osten der Region Tobasco zu Reichtum gelangt. Der rege Handel bestand auch nach dem weitgehenden Zerfall der Maya-Reiche zur Zeit der Azteken weiter, mit denen die Maya ebenfalls regen Handel betrieben.
Schokoladenrezepte der Maya.
Mayakrug Die Maya gaben sogar ihren Toten Schokolade als Grabbeilage mit. Diese sollten den Verstorbenen als Nahrung dienen. Die Maya bevorzugten es, die Schokolade heiß zu trinken.. Hier eine kleine Auswahl der vielen Maya-Rezepte (noch heute kennen die Maya-Stämme in Guatemala über 1000 Rezepte).
Heiliges Schokoladengetränk der Lacandón.
Die Ehefrau des Zeremonienmeisters röstet die Kakaobohnen und mahlt sie dann mit einem Reibstein und auf dem Stein Metate, und nicht mit den Handmühlen aus Eisen, wie sie in gewöhnlichen Küchen verwendet werden. Auch tut sie dies in einer besonderen Kochhütte, die sich neben dem „Gotteshaus“ befindet, wo die aus Lehm geformten „Gottestöpfe“ aufbewahrt werden. Während des Mahlens mischt sie ein Gras, das so genannte „aak“, darunter, welches die Kakaoflüssigkeit schäumen lässt, wenn sie sie mit einem Holzstab aufschlägt. Wasser wird in die Mischung hineingerührt, die Flüssigkeit abgeseiht und schließlich in Schalen gegossen, die entweder balché (ein rituelles, mit einer bestimmten Baumwurzel gewürztes Met) oder sak ha (Maisgrütze) enthalten. Damit werden dann die „Gottestöpfe gefüttert“.
Weltliches Schokoladengetränk der Lacandón.
Die fermentierten und getrockneten Bohnen werden zuerst auf einem Backblech geröstet, und die äussere Hülle wird entfernt. Dann wird ein Stück von einer Rebe, das sogenannte suquir, herausgeschnitten, das den Schaum erzeugen soll. Der härtere Teil davon wird gemahlen, worauf die Fasern und die Flüssigkeit durch ein Kürbissieb gegossen und in einem Topf mit Wasser gerührt werden; die übrigbleibenden Fasern werden ausgeschieden. Als nächstes mahlt die Hausfrau den weichen Teil der suquir-Rebe zusammen mit den Kakaobohnen und dem gerösteten Mais; die Mischung wird in das vorbereitete Wasser hineingerührt und dieses Gebräu ohne Erhitzen oder Kochen mit einem Holzquirl aufgeschlagen. Der dabei entstehende Schaum wird mit einem Löffel abgeschöpft, kommt auf die Maisgrütze und wird hinuntergestürzt. Wenn der ganze Schaum fort ist, wird auch die verbleibende Schokoladenflüssigkeit getrunken, „doch das Köstlichste ist der Schaum“.
Batido
Dieses Getränk ist eines von unendlich viel verschiedenen Arten Kakao zuzubereiten, die bei den heutigen Hochlandmaya in Guatemala bekannt sind. Heute werden oft Zutaten verwendet, die erst durch die Spanier eingeführt wurden, wie Rohrzucker, Reis, Zimt und schwarzer Pfeffer anstelle der einheimischen Gewächse wie Honig, Mais, Piment und Paprika.Batido: Die Kakaobohnen werden gemahlen; das dabei entstehende Pulver wird in einer Schale mit lauwarmem Wasser gemischt und beides mit der Hand zu einem Brei verrührt. Diesem Brei werden ein oder zwei der verschiedensten Gewürze hinzugefügt; die heimischen sind Vanille, Achiote (Bixa orellana, das in gemahlener Form zugesetzt wird, um eine ziegelrote Färbung zu erzielen), die „Ohrenblume“ und gemahlene Sapotillkerne. Um das batido zum Trinken vorzubereiten, wird ein Teelöffel Brei mit einer Kürbisschale heissen Wassers vermischt. Da Kakao sehr teuer und der guatemaltekische Indianer sehr arm ist, enthält das batido häufig sehr wenig Kakao und sehr viel schwarzen Pfeffer.
1200 nach Christus - Die Azteken
Die Kultur der Azteken beginnt sich zu entwickeln. Das spätere aztekische Großreich fordert von den beherrschten Gebieten Tribut, in Form von Kakaobohnen. Die Herrscher der Azteken horten ungeheure Mengen an Kakaobohnen, die nicht nur als Genussmittel dienen sondern auch als Zahlungsmittel und für Kulthandlungen benötigt werden.
Schokolade bei den Azteken.
Die Schokolade hatte bei den Azteken einen sehr hohen Stellenwert. Der Genuss blieb dem Königshaus, dem Adel und hohen Würdenträgern, sowie den Fernhandelskaufleuten und Kriegern vorbehalten.
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