|
Wettbüros Ein Wettbüro ist eine Firma, die Wetten anbietet.
Im Internet gibt es zahlreiche Online-Wettbüros, bei denen man seine Wetten zu allen möglichen Sportereignissen platzieren kann. Natürlich gibt es in den einzelnen Städten auch niedergelassene Wettbüros, die aber zum größten Teil Pferdewetten anbieten, da die rechtliche Situation für Wettangebote auf andere Sportarten in Deutschland noch immer nicht gänzlich geklärt ist.
Wenn man von einem Wettbüro spricht, meint man oft auch den Buchmacher oder den Bookie. |
Diese Tätigkeit kann legal oder illegal sein. In Deutschland benötigt er eine behördliche Erlaubnis. Viele Buchmacher oder Buchmacherfirmen residieren in Steueroasen oder in Ländern mit liberaler Glücksspieltradition wie England, Österreich, Gibraltar oder Malta. Die rechtliche Beurteilung von Buchmachern, die im Internet über Ländergrenzen hinweg Sportwetten vermitteln, befindet sich in einer Grauzone. Die internationale Durchsetzung von Rechtsansprüchen steht praktisch in keinem Verhältnis zum beklagten Schaden.
Buchmacher bieten u. a. Wetten auf Pferderennen, Fußball-, Eishockey- oder Basketballspiele an. In England werden von Buchmachern traditionell auf fast alle öffentlichen Ereignisse im voraus Quoten angeboten. Diese Quoten können die Buchmacher jederzeit verändern. Abgeschlossene Wetten behalten aber die vereinbarte Quote, die bei Abschluss der Wette galt.
Der Buchmacher bietet z. B. feste Quoten auf Sieg, auf Unentschieden oder auf Niederlage an. Eine Quote gibt das Verhältnis vom Einsatz zu dem möglichen Gewinn an: z. B. "zahle 2,50 für 1 Euro Einsatz". Die Multiplikation der Quote mit dem Wetteinsatz ergibt den möglichen Gewinn. Um die Gewinnmöglichkeit weiter zu erhöhen, können verschiedene unabhängige Wetten zu einer Gesamtwette beim Buchmacher kombiniert werden. Dabei sinkt natürlich umgekehrt auch die Gewinnwahrscheinlichkeit für eine solche Kombinationswette entsprechend.
Der Buchmacher geht gegebenenfalls große Risiken ein, da er mit Wahrscheinlichkeiten und oft großen Wetteinsätzen handelt. Natürlich neutralisieren sich gegensätzliche Wetten und damit einen Teil seines Risikos. Gegen unausgeglichene Verlustrisiken bei hohen Einsätzen rückversichert sich der Buchmacher an internationalen, häufig asiatischen Wettbörsen.
In der Regel ist es ein äußerst einträgliches Geschäft. Es sind aber auch schon Buchmacher Pleite gegangen und konnten die Wettgewinne nicht auszahlen. (Beispielsweise verloren Buchmacher und Casinos 1996 durch den KO-Sieg von Evander Holyfield über Mike Tyson beim Boxkampf um die Weltmeisterschaft im Schwergewicht in Las Vegas an jenem Abend geschätzte 50 Millionen Dollar.)
|
||||||
|
Wetten Eine Wette bezeichnet einen Vertrag, durch den zur Bekräftigung bestimmter einander widersprechender Behauptungen ein Gewinn oder Sieg für denjenigen vereinbart wird, dessen Behauptung sich als richtig erweist. |
Der häufige Fall ist eine Behauptung über das Eintreffen eines in bestimmter Weise definierten Ereignisses oder unter Berücksichtigung von objektiver oder subjektiver Informationen den wahrscheinlichst möglichsten Fall des Ausganges "vorher zu sehen", ohne den Ausgang des Ereignisses (meist) tatsächlich zu kennen.
Wetten können aufgrund der Ehre (einfaches Recht haben) oder als materieller Anreiz mit der Aussicht auf einen Gewinn durchgeführt werden. Weil bei Wetten und Spielen der Eintritt des Erfolges vom Zufall (weitgehend) abhängig ist (sog. aleatorischer Bestandteil), genießen diese Verbindlichkeiten nur eine geringe Wirksamkeit. Gemäß § 762 BGB sieht der Gesetzgeber keine Verpflichtungsbegründung durch Spiel und Wette vor.
Daher müssen Wettschulden nicht bezahlt werden, im Volksmund werden sie deswegen oft "Ehrenschulden" genannt. Glücksspiel oder Rennwetten sind im Rechtssinn keine Wetten in der obigen Form und unterliegen dem Rennwett- und Lotteriegesetz. |



